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Ein Blick in Europas Zukunft: Sommerempfang am Fehmarnbelt-Tunnel
Ein beeindruckendes Bauwerk, spannende Gespräche und ein Infrastrukturprojekt, das Deutschland und Dänemark künftig noch enger verbinden wird: Beim Sommerempfang am Fehmarnbelt-Tunnel wurde deutlich, wie viel Dynamik in diesem europäischen Jahrhundertprojekt steckt.
Manchmal lässt sich Fortschritt tatsächlich sehen – und sogar betreten. Beim diesjährigen Sommerempfang am Fehmarnbelt-Tunnel am 1. Juli hatte ich erneut die Gelegenheit, mir direkt vor Ort ein Bild von Europas größtem Infrastrukturprojekt zu machen. Nach einem kurzen Regenschauer zeigte sich nicht nur die Sonne, sondern auch eindrucksvoll, wie weit der Bau inzwischen vorangeschritten ist.
Schon der Vergleich zum vergangenen Jahr ist bemerkenswert: Wo damals noch viele Arbeiten im Gange waren, steht heute das fertige Tunnelportal – ein imposantes Bauwerk, das die Dimension dieses Projektes erlebbar macht.
Wie bedeutend diese neue feste Verbindung zwischen Deutschland und Dänemark ist, wurde auch in den Gesprächen und Redebeiträgen des Sommerempfangs deutlich. Der Botschafter des Königreichs Dänemark in Deutschland, Thomas Østrup Møller, hob in seiner Rede die europäische Dimension des Vorhabens hervor. Auch Mikkel Hemmingsen, Vorstandsvorsitzender der Sund & Bælt Holding A/S, zeigte sich in seiner launigen Ansprache mit dem Baufortschritt sehr zufrieden und gab spannende Einblicke in den aktuellen Stand der Arbeiten.
Besonders interessant war für mich auch der persönliche Austausch mit dem Deutschland-Direktor von Femern A/S. Denn hinter den beeindruckenden Zahlen und Bauwerken steht vor allem eine Frage: Welche Chancen entstehen durch diese neue Verbindung – für Menschen, Unternehmen und Regionen auf beiden Seiten des Fehmarnbelts?
Ein wichtiger Meilenstein wurde bereits Anfang Mai erreicht: Vor der dänischen Insel Lolland wurde das erste von insgesamt 89 Tunnelelementen erfolgreich abgesenkt und mit dem Tunnelportal verbunden. Weitere Elemente folgen zunächst auf dänischer Seite, bevor später auch vor Fehmarn die Absenkung beginnt.
Gleichzeitig schreiten die Arbeiten auf deutscher Seite sichtbar voran: Rund 450 Meter Tunnel im Portalbereich sind bereits in offener Bauweise fertiggestellt. Auch die rund 150 Meter lange Lichtübergangszone an der Tunneleinfahrt nimmt Form an. Zwei von drei Brücken auf der Baustelle sind fertiggestellt, die dritte entsteht derzeit an den bisherigen Gleisen Richtung Fährhafen. Über sie wird künftig die Autobahn E47 zur Tunneleinfahrt geführt.
Der Besuch hat einmal mehr gezeigt: Der Fehmarnbelt-Tunnel ist weit mehr als eine beeindruckende Ingenieurleistung. Er steht für Vernetzung, Zusammenarbeit und neue wirtschaftliche Perspektiven im Norden Europas. Aus einer Vision wird Schritt für Schritt Realität – und es ist spannend, diese Entwicklung begleiten zu dürfen.
Bernhard Jurasch
Erster Vorsitzender des Billbrookkreis e.V.
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Fotos: Billbrookkreis / bj





