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Mittelständler und Weltmarktführer engagieren sich.

Interessensvertretung und Dialogpartner.

Rückblick

127. Billbrookkreis-Treffen

am Montag, 29. Juni 2026, von 12 bis 14 Uhr
im Hotel Böttcherhof

Ehrengäste: Ralf Neubauer, Bezirksamtsleiter im Bezirk Hamburg-Mitte, Dörte Inselmann, Intendantin des Kulturpalastes in Billstedt und Karina Korth, Geschäftsführerin der Stiftung to Huus

Zu Beginn des 127. Treffens des Billbrookreises im Hotel Böttcherhof begrüßte der Erste Vorsitzende Bernhard Jurasch die zahlreichen Gäste herzlich und bedankte sich noch einmal für das große Engagement vieler, die sich für die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele in Hamburg stark gemacht hatten.

Rückblick Olympia-Bewerbung

Der Billbrookkreis hatte bereits vorab bei vielen seiner Mitgliedsunternehmen eine Kurzumfrage gemacht, die eine überwältigende Mehrheit für Olympia in Hamburg hervorgebracht hatte. Am 8. Mai hatte es unter Mitwirkung des Billbrookkreises zusammen mit der Versammlung Ehrbarer Kaufleute in Hamburg zudem eine gelungene Veranstaltung mit Diskussionsteilnehmern aus Wirtschaft, Politik, Sport und Kultur gegeben. „Ich bin maßlos enttäuscht, dass das alles nichts gebracht hat“, bedauert Bernhard Jurasch. Die Hamburger würden damit das Tor zur Welt nicht aufstoßen, sondern es für die große Welt verschlossen halten. Diese einmalige Chance werde die nächsten Jahrzehnte somit nicht mehr an Hamburg herangetragen und vieles hätte sich durch dieses Jahrhundertereignis in Hamburg und Umland realisieren lassen. Die Milliarden Euro würden zwar nicht ganz verloren gehen, „sie kommen nur nicht nach Hamburg sie ‚fliegen‘ in eine andere Stadt in Deutschland, sehr schade für Hamburg und seine Bürger“, so der Erste Vorsitzende in seiner Rede zum Thema.

Trotz eines perfekten Konzeptes, einer guten Werbekampagne und großer Beteiligung von Vereinen, Verbänden und der Wirtschaft habe es nicht geklappt, Olympia nach Hamburg zu holen - das müsse man akzeptieren, aber sich auch fragen, woran das gelegen haben könnte. „Aus meiner Sicht an zwei Punkten“, so Jurasch „die gewählten politischen Mandatsträger haben ohne Not ein Bürgerreferendum aufgerufen und damit die Verantwortung an die Bürger zurückgegeben, Entscheidungen zu treffen“. Der zweite Punkt sei die „NOlympia-Kampagne“ auf Basis großer politischer Themen gewesen, die nicht nur auf Fakten, sondern auch auf Fake-Nachrichten basiert hätten. „Ein bisschen kann ich das sogar verstehen, wenn man hört und liest, dass die Müllverbrennungsanlage in Stellingen erst Jahre später fertig wird und mindestens eine halbe Milliarde Euro teurer wird, um nur ein Beispiel zu nennen“, so Jurasch. „Wer hat bei diesem Desaster versagt? Geschäftsführung, Politik, Aufsichtsräte? Man weiß es nicht, aber eins weiß man, mit Respekt, Anstand und Haltung hat das nichts zu tun.“

Impulsvortrag Stiftung To Huus – Lernen, Wohnen, Arbeiten

Nach seiner Rede zum Thema Olympia begrüßte Bernhard Jurasch Karina Korth von der Stiftung To Huus, zu einem kurzen Impulsvortrag über ihre Arbeit.

Die Stiftung To Huus kümmere sich in erster Linie um Integration von Menschen, die nach Deutschland gekommen sind und hier auch dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Bei dem anhaltenden Fachkräftemangel könnte das eine gute Gelegenheit für Unternehmen im Industriegebiet bieten, Kontakt zu jungen Menschen zu bekommen, die auf der Suchen nach einem Ausbildungsplatz, einer Arbeitsstelle oder einem Praktikum sind. Diese potenziellen Arbeitskräfte sollen zunächst Zugriff auf Wohnraum bekommen, um dann auch weiter in Jobs vermittelt werden zu können. Die Institution helfe dann mit einem „Wohnraumführerschein“, damit diese Familien verstehen, worauf sie in Hamburg achten müssten. Das gehe von der Mülltrennung bis zur Hausordnung. „Ohne Wohnraum bekommt eben niemand eine Arbeit“, so Karina Korth, Geschäftsführerin der Stiftung To Huus.

Mit dem Projekt „Landeplatz“ wird die Wohnungssuche durch die Einrichtung unterstützt, das Konzept „Startbahn“ setzt dann auf die Jobsuche und unterstützt mit ehrenamtlichen Lotsen ein Jahr lang die Migranten, damit der Anfang in einem neuen Leben in Deutschland auch gut gelingen kann. „Wir haben Menschen mit Potenzial“, so Karina Korth und die Unterstützung sei eine Win-Win-Situation für alle und eine gute Chance für Billbrook, Arbeitskräfte in Zeiten vom Fachkräftemangel zu bekommen.

Stiftung Kulturpalast stellt Programm vor – 25 Jahre BilleVue, 100 Jahre Billstedt

Dörte Inselmann von der Stiftung Kulturpalast aus Billstedt stellte anschließend das interessante Programm der kulturellen Einrichtung vor, die in Billstedt seit 25 Jahren die „BilleVue“ veranstaltet. Mit einer eigenen Hip-Hop-Akademie, den Klangstrolchen, bei denen schon die ganz Kleinen Musik machen und vielen regelmäßigen Angeboten und Veranstaltungen ist der Kulturpalast eine beliebte Institution im Stadtteil und auch über diesen hinaus bekannt und geschätzt. Billstedt habe immer zu Unrecht ein eher schlechtes Image gehabt, so Inselmann. Mit den vielen kulturellen Darbietungen der vielen verschiedenen Nationen, die in Billstedt leben, wolle man zeigen, was alles an positiver Energie im Stadtteil stecke.

Alle zwei Jahre startet die BilleVue mit einem bunten Programm für Familien und ist immer wieder gut besucht. Über 1.000 Akteure, 80.0000 Besucher und 800 Ehrenamtliche seien dabei jedes Mal gezählt worden. Kultur, Infostände und die Vorstellung von Vereinen haben in den vielen Jahren immer wieder für eine gute Atmosphäre gesorgt. In diesem Jahr zu „100 Jahre Billstedt“ soll es eine Ausstellung mit 100 Gesichtern aus Billstedt und eine hundert Meter lange Geburtstagstorte geben. Gesucht werden auch noch Akteure, die das Fest unterstützen möchten.

Bezirksamtsleiter Ralf Neubauer will wiederkommen

Dass der letzte Besuch des Bezirksamtsleiters von Hamburg-Mitte, Ralf Neubauer, beim Billbrookkreis schon drei Jahre zurückliegt, kann er selbst kaum glauben und er verspricht gleich zu Anfang seines kurzweiligen Vortrags, der voller interessanter Informationen für das Industriegebiet steckte, dass er wiederkommen wird.

Zunächst gab Ralf Neubauer einen kleinen Einblick in die Arbeit der Task-Force Bilstraße, die im Zusammenhang mit dem Großbrand in der Billstraße eingeführt worden war.

Insgesamt neun Verbundeinsätze der Task-Force habe es bereits gegeben und an 13 verschiedenen Stellen habe man Durchsuchungen durchgeführt, um die Situation in der Billstraße dauerhaft zu verbessern. „Wir wollen weg von den Zuständen in der Billstraße und auch die Infrastruktur rund herum verbessern“, so Neubauer. Mit dem Industriegebiet im Südosten der Stadt habe man immerhin eine „Perle“ und eines der größten innerstädtischen Gebiete dieser Art im Norden Deutschlands.

In der Billstraße sei konkret das illegale Wohnen bereits mit Erfolg bekämpft worden und auch fehlende Fluchtwege seien auf Anordnung des Bezirkes freigelegt worden. Es habe zudem illegale Lebensmittel- und Gastronomie-Betriebe gegeben, die untersagt wurden und alle Grundstücke sollen nun in einen besseren Zustand gebracht werden. Nicht immer sei das einfach, berichtete Ralf Neubauer, da eine ganze Reihe an Bürokratie die Prozesse begleiten. Durch ständige Inhaberwechsel in den Betrieben sei auch nicht immer klar, wer nun der richtige Ansprechpartner ist.

Die Stadt hat deshalb ein Vorkaufsrecht erwirkt, um auch dadurch die Möglichkeit zu haben, weitere Missstände zu verhindern.

Zum Dauerthema „Schrottfahrzeuge“, das im Industriegebiet so brisant ist, weil dadurch wertvolle Parkplätze verloren gehen, berichtete Ralf Neubauer, dass allein im Jahr 2023 bereits 717 Fahrzeuge abgeschleppt und 4.000 Fälle bearbeitet worden seien. Oft würde es allerdings auch an Stellflächen mangeln, die der Stadt einfach für diese vielen Fahrzeuge nicht zur Verfügung stehen.

Quartiersmanager Christoph Korndörfer ist in vielen Fällen der Ansprechpartner, um Themen aus dem Industriegebiet mit ins Bezirksamt zu nehmen und somit die Verbindung zwischen Unternehmen und Behörden herzustellen.

Für die kommenden Jahre sprach Ralf Neubauer von Verbesserungen der Infrastruktur und weiteren positive Maßnahmen für das Industriegebiet. Der Bezirksamtsleiter beantwortete in Anschluss an seinen Vortrag Fragen der Gäste, die sich vor allem auf die vielen Baustellen und die Infrastruktur bezogen.

Bernhard Jurasch bedankte sich bei den drei Ehrengästen mit einem schönen Blumenstrauß oder einer Flasche Wein.

Beim anschließenden Mittagessen und „Cappuccino danach“ gab es die Gelegenheit, sich mit anderen Unternehmern und Gästen auszutauschen und ins Gespräch zu kommen.

Das 128. Billbrookkreis-Treffen findet am 28. September von 12 bis 14 Uhr statt. Gastredner ist dann Christoph de Vries (CDU), der parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium zum Thema „Innere Sicherheit“.

Fotos: Mirko Hannemann

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